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Originelle Werbung in Afrika
Werbung soll Waren anpreisen und Kunden anlocken. Wie wird geworben, wenn man keine Werbeagentur zur Hand hat, wenn man keine Anzeigenkampagnen bezahlen kann, Hochglanzbroschüren, Webseiten? Man malt die Ware auf Schilder oder direkt auf Eingangstüren und Hauswände, ganz einfach. Auf ihren Reisen durch Afrika sammelte die Entwicklungshelferin Natascia Zullino die schönsten Beispiele afrikanischer Reklame: Telefon-Shops bewerben täuschend echt die neuesten Handy-Modelle, Friseure preisen ihre kunstvollen Flechtfrisuren an.

Imbiss Werbung
Die „Bar Barack Obama” in Guinea Bissau behauptet: „Yes we can”, und beweist ihre Kochkunst mit gemalten Fleisch- und Gemüsegerichten. Ein Heiler in Monrovia bildet ab, was er alles behandeln kann: gebrochene Arme, trockenen Husten, Wahnsinn, Elefantenfüße und „Love”, nicht Liebeskummer, sondern Aids. In Zeiten krisenbedingter Werbeflaute erzählt Zullinos kleiner, hoffnungsvoller Fotoband von Einfallsreichtum und hausgemachtem Aufschwung in Afrika; er zeigt, wie man Werbung auf den Punkt bringt, ohne Locationscouts, Magermodels und Photoshop — und beweist, wie sich mit fast nichts maximale Wirkung erzielen lässt.
Natascia Zullino: „Afrika und die Kunst der Reklame”.
Terra Magica Verlag, München; 120 Seiten;
