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Aktuelles Weihnachtsgeschäft 2009
Zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts bis zum vierten Adventswochenende und den Erwartungen des Einzelhandels erklärte heute in Berlin die stellvertretende Sprecherin des Handelsverbands Deutschland (HDE), Ulrike Hörchens:
Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Weihnachtsgeschäft an diesem vierten Adventswochenende. Voller als in der zurückliegenden Woche waren die Geschäfte zu keiner Zeit in diesem Advent, so die Einzelhändler in der aktuellen, bundesweiten Trendumfrage des HDE. Die Woche vor dem vierten Advent machte die schwache Vorwoche vergessen. Die Einzelhändler freuten sich in der zurückliegenden Woche über das bisher beste Weihnachtsgeschäft in dieser Adventszeit. Es war im Schnitt deutlich stärker als in der Vorjahreswoche. Der Samstag konnte zwar die hohen Erwartungen nicht überall erfüllen, lag im Großen und Ganzen aber immer noch über dem Vorjahr. Besonders bei den Modehändlern ließen kaltes Wetter und Schnee die Kassen klingeln.
Der “Weihnachtsklimaindex” hat sich zum vierten Advent verbessert: Der Saldowert aus zufriedenen und unzufriedenen Händlern stieg deutlich von minus 17 auf plus vier und liegt damit über dem Vorjahreswert (minus 16). Für die kommenden Tage bis Heiligabend sind die Erwartungen der Einzelhändler hoch gesteckt. Viele Verbraucher haben noch nicht alle ihre Weihnachtsgeschenke besorgt. Last-Minute-Geschenkeeinkäufer werden bis Heiligabend für Trubel in den Geschäften sorgen.
Mit Handschuhen, warmen Strickpullovern, Mänteln und Jacken rüsteten sich viele Kunden an diesem Wochenende für das eisige Winterwetter. Ein großer Renner des Weihnachtsgeschäfts bleibt Unterhaltungselektronik. Gefragt waren unter anderem Flachbildschirme mit neuer LED-Technologie und Multimedia-Handys. Auch hochwertiger Modeschmuck wie Bettelarmbänder und lange Ketten werden gerne verschenkt. Ebenfalls gesucht waren Haushaltsgeräte mit besonderem Design wie zum Beispiel Saftpressen oder Espressomaschinen sowie Kosmetika und Parfüm.
Quelle: HDE einzelhandel.de
Tags:Einzelhandel, Kasse, Kassen, Schuh, Schuhe, WeihnachtsgeschäftVerwandte Artikel
Optimistischere Töne
Berlin - Kurz vor der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts hätte sich der Handel ohne Zweifel optimistischere Töne gewünscht. Doch damit konnten die Marktforscher aus Nürnberg gestern nicht dienen – im Gegenteil. Nach der jüngsten Konsumklima-Umfrage schließen die Deutschen ausgerechnet zu Weihnachten das Portemonnaie wieder fester zu. Als Reaktion auf kräftig gestiegene Preise für Energie und Lebensmittel und eine gesunkene Einkommenserwartung legen die Konsumenten das Geld lieber auf die hohe Kante, statt es auszugeben, berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) am Mittwoch. Dementsprechend ging das Konsumklima im November weiter zurück. „Viele Verbraucher fürchten, dass sie in Zukunft unter anderem mehr für Strom, Gas, Benzin und Heizöl aufwenden müssen und entsprechend weniger Mittel für andere Anschaffungen verfügbar haben“, sagte GFK-Experte Rolf Bürkl.
Entsprechend verhalten sind auch die Erwartungen der Einzelhändler an die traditionell umsatzstärkste Zeit des Jahres. „Es wäre ein Erfolg, wenn wir das gute Vorjahresniveau wieder erreichten“, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), am Dienstag in Berlin. Um das hinzubekommen, müssten die Konsumenten im November und Dezember allerdings noch einmal kräftig Gas geben und insgesamt 75 Milliarden Euro in den Geschäften lassen. „Das Geld sitzt zum Jahresende immer lockerer“, sagte Sanktjohanser, der aber zugleich vor übertriebenem Optimismus warnte.
Allzu zuversichtlich kann die Branche nach dem bisherigen Jahresverlauf auch nicht gestimmt sein. Ende September – die Oktober-Zahlen werden erst an diesem Freitag veröffentlicht – lagen die Unternehmen beim Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominal (also nicht preisbereinigt) gerade mal mit 0,5 Prozent im Plus. Und auch die ersten Wochen im November seien „eher verhalten“ angelaufen, sagte der HDE-Chef – was auch daran lag, dass wegen der Lokführerstreiks viele Kunden den Innenstädten fern blieben. Ein Viertel der Händler befürchte sogar für die Weihnachtszeit einen negativen Geschäftsverlauf. Weil bereits der Rest des Jahres hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, sei „in diesem Jahr das Weihnachtsgeschäft für uns wichtiger denn je“, sagte Sanktjohanser. Dass die von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten Warnstreiks den Konsumenten die Laune verderben könnten, glaubt der HDE-Chef Sanktjohanser nicht. „Die Kunden werden das nicht spüren.“
Im November und Dezember machen die Händler knapp ein Fünftel ihrer jährlichen Umsätze, in einigen Branchen wie dem Spielzeug- und Schmuckhandel ist es sogar ein Drittel (siehe Grafik). Um das Geschäft anzukurbeln, will jeder dritte Laden im Weihnachtsgeschäft abends länger öffnen. Einen immer größeren Teil davon greift der Online-Handel ab. Vor allem Bücher, CDs, DVDs und Elektronik würden bevorzugt per Mausklick geordert.
Dem HDE-Chef ist allerdings auch bewusst, dass die Branche gegen ein starkes Vorjahr antritt.Wegen der Mehrwertsteuererhöhung im Januar hatten viele Konsumenten Käufe vorgezogen und damit das Weihnachtsgeschäft 2006 kräftig in Schwung gebracht. Das bescherte dem Handel zum Jahresende ein Umsatzplus von nominal 1,2 Prozent.
Für das kommende Jahr sind die Erwartungen deutlich optimistischer. „Der Umsatz wird stärker zulegen als in den letzten Jahren“, sagte Sanktjohanser. Was die Branche so zuversichtlich macht, ist vor allem die Aussicht auf steigende Einkommen und eine anhaltend gute Konjunktur, die auch wieder mehr Menschen in Arbeit bringen dürfte. Bis zu 300 000 mehr könnten es sein, erwartet der HDE. Alles in allem könnte das bis Ende 2008 zu einem Plus von (nominal) zwei Prozent führen – das entspricht einem Mehrumsatz von acht Milliarden Euro.
Quelle: tagesspiegel.de
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