Konditor stirbt aus?
Das Konditoreigewerbe - auf dem absteigenden Ast? Diese Vorstellung geht fast gar nicht. Sieht man sich aber mal um kann man erkennen, dass es immer weniger Cafés in den Städten gibt - besonders die “alteingesessenen” Familienbetriebe werden immer weniger. Möglicherweise liegt das am weniger werdenden Interesse seitens der Kunden? Wieviele Kaffeekränzchen gab es noch vor einigen Jahren, die sich regelmäßig in ihrem Stamm-Café getroffen haben? Andererseits haben viele Inhaber damit zu kämpfen Nachfolger zu finden, die nach ihrem wohlverdienten Gang in den Ruhestand den Betrieb weiterführen. Der Beruf des Konditors hat, ebenso wie das Bäckerhandwerk, eben nicht die beliebtesten Arbeitszeiten. Sehr früh morgens oder gar schon in der Nacht wird angefangen zu backen, um rechtzeitig Kuchen, Torten und Kleingebäck im Verkaufsbereich attraktiv zu plazieren und zum Verkauf anzubieten. Aber da gibt es doch tatsächlich noch provinzielle Gegenden, wo eben das nicht zu erkennen ist. Das gute alte Café am besten Platz des Ortes ist nicht unter zu kriegen. Die Kunden strömen in gewohnter Regelmäßigkeit, um ihr geliebtes Stück Torte zu genießen. Die Inhaber sind mit größter Hingabe am Arbeitsplatz und zaubern die geliebten Torten in gewohnt guter Qualität und gelegentlich auch neue Kreationen auf den Tisch - besser gesagt zunächst in den Kuchenthresen des Ladenlokals. Allerdings müssen sich Konditor und Konditorin schon etwas einfallen lassen, um mit einem vielfältigen Angebot so etwas wie Besonderheit, beste Atmosphäre und Luxus als Gefühl beim Kunden entstehen zu lassen. Und manches elegante und vielleicht auch in der Herstellung teures Produkt muss möglicherweise unter Preis angeboten werden, damit die Kunden nicht nur der Optik wegen neugierig werden, sondern tatsächlich auch mal neues probieren. Die Krise begann schon vor Jahrzehnten! In der Tat gab es bis weit in die 1950er Jahre hinein eine wahre Café-Kultur. Das Frauengrüppchen am Nachmittag, oder auch wer Zeit und Lust hatte am Wochenende oder zu früher Abendstunde zum Tanztee - man traf sich im Café auf ein Stück Torte oder Kuchen. Viele Betriebe entwickelten sich zu regelrechten Tanzcafés. Aber mit der Einführung des Fernsehprogamms welches auch immer mehr, Haushalten durch bezahlbare Empfangsgeräte zugänglich war, rückte diese Cafékultur immer weiter in ein Schattendasein. In vielen Cafés, die bis dahin bis spät abends geöffnet hatten, wurde immer öfter mit den eigentlichen Ladenschlusszeiten auch hier Feierabend gemacht. Das Konditoreigewerbe musste sich den wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Veränderungen immer wieder neu anpassen. Zu Zeiten der schlanken Figuren kamen Joghurtschnitten und Obstteilchen auf, später hatte die - zumindest optische - Oppulenz ein Comeback. Doch kann der Geschäftsinhaber einer Konditorei auch mit Qualität überzeugen, die nicht nur aus besten Rohstoffen und Zutaten besteht. Auch die technische Ausstattung des Betriebes trägt zur Qualtätssicherung bei. Gute Lagerhaltung mit neuesten Kühleinrichtungen, gute Arbeitsbedingungen mit effektiven Geräten zum Teigrühren usw., und auch mit Kassen im Verkaufsbereich, die möglicherweise sogar mit der Lagerhaltung und dem Bestellwesen verknüpft sind. Moderne Kassen erleichtern den Arbeitsablauf erheblich, unterstützen mit Ihrer Software aber auch die betriebliche Buchhaltung. Und Kassen mit ihren Verknüpfungen zur Lagerhaltung, zur Buchhaltung und zum Produktionsablauf erleichtern letzteren ebenfalls ungemein. Dass beim Konditor wie beim Böcker und bei anderen kleinen Einzelhandelsbetrieben nicht unbedingt ein Kassensystem zur Abrechnung der Tageseinnahmen zum Einsatz kommen muss. leuchtet sicher ein. Eine Registrierkasse ist für kleine Betriebe ausreichend. Doch eben gerade die kleinen Betriebe müssen meist als erste die Segel streichen. Aber eigentlich muss das nicht so sein. Es gibt doch so viele Menschen, die die Atmosphäre eines kleinen Ladens lieben. Dann sollte man auch dort die Kasse klingeln lassen.
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