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Kasse machen mit Billigprodukten

„Geiz ist geil“ ist das Motto des neuen Jahrtausends. Galt früher eher die Weisheit „Was nicht kostet, ist auch nichts“, schauen heute auch gut Betuchte darauf, wenn möglich, ein Schnäppchen zu machen. So klingeln die Kassen bei Discountern, die mittlerweile auch Luxusartikel wie Lachs, Pasteten oder Champagner im Angebot führen. Die Entwicklung zu diesen Superdiscountern mit großem Warenangebot hat sich in den letzten 20 Jahren immer mehr durchgesetzt. Zu Anfang war das Sortiment zum Beispiel bei „Aldi“ eher begrenzt, was dann den Kunden dazu bewegte, immer wieder auch den normalen Lebensmittelsupermarkt aufzusuchen, weil es gewisse Produkte nur dort zu kaufen gab. Frischfleisch war zum Beispiel beim Discounter nicht zu finden. Die Kassiererinnen beim Aldi waren schon damals berühmt dafür, in Rekordgeschwindigkeit die Preise in die Tastatur der Kasse zu tippen. Die Schlangen vor den waren trotzdem lang, aber wer bei Aldi kaufen wollte, nahm das in Kauf, wegen der günstigen Preise. Man hat eben von vorn herein mit einem größeren Zeitaufwand gerechnet. Damals war es für gewisse Kreise verpönt, beim Discounter einzukaufen. Man kaufte Fleisch beim Fleischer, Gemüse im Obst- und Gemüsefachgeschäft, Pflegeprodukte in der Drogerie, das war ein Ausdruck von Qualitätsbewusstsein und Luxus, auch wenn es vielleicht ein wenig teurer war, als im Supermarkt. Wer etwas auf sich hielt, ging zum Fachhändler, auch beim Kauf von Elektro- und Unterhaltungsgeräten. Die persönliche Ansprache, man kannte sich, wurde gern mit ein paar Mark mehr bezahlt. Und man hatte das Gefühl, bessere Qualität gekauft zu haben. Die Kassen im klingeln schon lange nicht mehr so fröhlich. Kleine Geschäfte in den Innenstädten haben größte Schwierigkeiten, sich gegen große Ketten zu behaupten. Die traditionsbewussten Kunden sterben langsam aus, die jungen Leute gehen zum Discounter, allein schon deswegen, weil die Markenvielfalt dort viel größer ist. Auch wenn man dann beispielsweise beim Media-Markt an Tagen mit neuen Angeboten gerne mal eine halbe Stunde vor der in der Schlange warten muss. Dies Gedränge vor den Eingängen und an den ist dann sogar den Medien eine Schlagzeile oder einen Bericht wert. Die absoluten Gewinner dieser Änderung im Kaufverhalten sind aber die so genannten 1 Euro Märkte. Dort wird alles verramscht, was aus Überproduktion oder Havarieschäden stammt, außerdem Billigwaren aus aller Herren Länder. Gewaltige wird dort mit der Menge gemacht. Beim Einkauf des Sortiments wird um jeden Cent gefeilscht, der Verkauf von Massenartikeln zu günstigen Preisen hat schon einige Millionäre produziert. Millionär sind nur die wenigsten kleinen Fachhändler geworden, aber sie bildeten einen gesunden Mittelstand. Heute müssen sie darum kämpfen, überhaupt etwas in den zu haben. Sicher haben sie auch den einen oder anderen Tag, an dem die leer bleibt. Sie bieten immer noch gute Beratung und gute Qualität, aber das Preisbewusstsein in den heute eher schwierigen Zeiten wird ihnen zum Verhängnis. Gute Beratung wird überflüssig, jeder informiert sich über das Gewünschte im Internet vor, dann geht es zum Großmarkt und das Gerät wird zielsicher gekauft, der Verkäufer muss dort nicht großartig beraten, er füllt den Kaufzettel aus und dann geht es zur Kasse, danach zur Warenausgabe. Reparaturen werden nicht mehr wie früher in der eigenen Werkstatt ausgeführt, sondern defekte Geräte zum Hersteller geschickt. So wird auch der Bedarf nach Fachkräften immer geringer. bleiben leer, Läden schließen, weniger Fachkräfte werden ausgebildet, eine eher traurige Entwicklung. Aber bei den Discountern klingelt die .

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