die Tafel
Die Tafel - gehört hat davon bestimmt schon so ziemlich jeder. Es gibt die Tafel-Bewegung nun schon seit 15 Jahren, und ein Ende ist nicht in Sicht. Immer mehr bedürftige Menschen sind auf die Unterstützung außerhalb behördlicher Leistungsgewährung angewiesen. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums hatte der Bundesverband Deutsche Tafel e. V. eingeladen, um sich bei einigen sehr Tafel-freundlichen Unternehmen und Spendern zu bedanken. Auch die Familienministerin Ursula von der Leyen, die auch Schirmherrin der Tafel-Bewegung ist, war zugegen und sprach den Spendern allgemein und der Tafel-Bewegung im Besonderen ihren Dank aus. Zu den Spendern gehören kleine und mittelständische Unternehmen genauso wie große namhafte Konzerne. Wenn auch unternehmerisch gedacht die Tafeln keinen Gewinn erwirtschaften und dementsprechend keine elektronischen Registrierkassen benötigen, so haben auch sie eine Kassen -zone, wo die Menschen den obligatorischen Preis für die erhaltenen Waren entrichten. Und auch hier ist nicht nur kassieren wichtig und erlaubt, sondern auch Kommunikation. An der Kasse trifft man gleichgesinnte, Menschen mit ähnlichen Sorgen und Nöten un tauscht sich darüber aus. Und im Bereich der Kassen treffen Bedürftige und Helfer aufeinander, die voneinander profitieren können - durch Fragen und Motivation. Und manchmal auch praktische Hilfe, die sogar hier - in der Tafel-Bewegung - nichts mit den “verkauften” Waren zu tun hat. Bundesweit sind derzeit rund 35.000 Ehrenamtliche für die Tafeln tätig. Über die Jahre gerechnet, konnten die Tafeln mit dem ehrenamtlichen Engagement und den vielen Spenden mehreren Millionen Menschen in akuten Notsituationen helfen. Auch die Spenden - neben Lebensmitteln auch Sach- und Geldspenden - haben inzwischen einen Millionenwert erreicht.
Viele dieser Spendenvorgänge gingen unbürokratisch von statten, gerade in Unternehmen aber sicher nicht an der Kasse vorbei. Spenden müssen nachgewiesen werden und sind außerdem steuerlich absetzbar. Wenn also gespendet und über die Kasse gebucht wird, haben mehrere Beteiligte etwas davon. Bedürftige bekommen einen Teil des Monats gerettet, vor allem wenn zum Ende hin das Geld knapp wird. Und die Unternehmen können die Spenden steuerlich geltend machen. Und ein weiterer Erfolg (sicher eher für das Unternehmen) ist, dass Sie für zumindest den Monatsanfang neue Kunden gewonnen haben. Denn die Spende an die Tafeln ist sicher auch ein gewisser Werbefaktor der die Kundenentscheidung mit beeinflusst, eben jenen Händler beim nächsten Einkauf aufzusuchen, der auch Lebensmittel und andere Dinge gespendet hat. Das macht sich in jeder Abrechnung von Registrierkassen und Kassensystemen bemerkbar. Dann ist der Bedürftige zwar ein seltener aber möglicherweise zuverlässiger und treuer Kunde. Eine namhafte Spermarktkette hatte zum Jubiläum der Tafel-Bewegung eine “Tafel-Woche” ins Leben gerufen. Ausgesprochene Erwartung des Konzerns sei es, mit dem Erlös dieser Aktions-Woche der Tafelbewegung eine besondere Unterstützung zu präsentieren. Es sollten diesmal länger haltbare Lebensmittel wie Konserven, Reis, Mehl, usw den Tafeln zur Verfügung gestellt werden können.
Derzeit sind etwa eine Million Menschen in Deutschland auf die Hilfe der Taflen angewiesen. Diese erschreckende Zahl macht deutlich, wie sehr die Konjunktur vielleicht nicht abstürzt aber doch ganz schön schlingert. Dass der Handel sich besorgt darüber äußert, dass die Kunden ganz ausbleiben oder zumindest erheblich weniger kaufen, verwundert nicht. Da fällt es schwer, nicht negativ zu denken sondern nach vorn zu schauen. Aber es gibt hier und da Mutige, die sich zu investieren trauen. Und das lässt bei Zulieferern die Kasse vielleicht nicht laut aber immerhin klingeln. Und diese mutigen Investitionen werden früher oder später damit belohnt, dass wieder Arbeitsplätze entstehen und sicher werden. Dann sind auch die Menschen bereit, Geld auszugeben und im Handel, in der Gastronomie und anderen Bereichen nicht nur im Bereich der Kasse sondern auch untereinander und mit dem Personal zu kommunizieren.
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